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Mein Goggomobil und wie ich dazu gekommen bin

Es war schon immer mein Jugendtraum einmal ein Goggomobil zu besitzen. Ursprünglich wollte ich so ein Fahrzeug selbst restaurieren,doch jetzt fehlt mir die Zeit dazu. Also sollte es ein fahrbereites Goggo sein. Angetrieben durch meinen Chef, der sich auch für Oldtimer interessiert und bereits einen VW-Käfer Bj. 67 und einen Mercedes 450-6.9 ltr. hat, habe ich regelmäßig unter mobile.de nachgeforscht um ein Goggo zu bekommen.

Bei meiner Suche am 30.10.2007 fand ich eine Goggo-Limousine, die auf den Fotos noch sehr gut aussah.
Allerdings stand das Fahrzeug in Falkensee bei Berlin. Am 31.10.2007 rief ich den Besitzer des hellblauen Goggo`s mit weißem Dach an. Der Besitzer bot mir sofort am Telefon das „Du“ an und erzählte sehr viel und ausführlich in seinem Berliner Slang über das Goggo und den guten Zustand nach der Restauration.

Er ist ein leidenschaftlicher Oldtimerbastler und hat schon einen Morris Minor 1000 und einen Ford Taunus 12M restauriert. Das bereits restaurierte Goggo wurde zur Ergänzung der Fahrzeugfamilie gekauft. In seiner Garage steht auch noch ein alter Kadett, der auf die Aufarbeitung wartet.

Am Telefon nannte mir der Besitzer den Grund für den Verkauf des Goggomobiles, der mich zum Lachen anregte:

"Meine Frau will ein Kind und das Goggo steht im Fremdenzimmer, das nun zum Kinderzimmer umgebaut werden soll". "Daran siehst Du, dass das Goggo nicht tropft, denn sonst hätte ich es nicht in die Wohnung stellen dürfen!"

Seine Begeisterung für sein Hobby und die Informationen was an dem Goggo alles erneuert, restauriert, ergänzt usw. wurde, waren der Ausschlag für mich, einen Besichtigungstermin für das Wochenende auszumachen. Ich erzählte meinem Chef von dem Telefonat worauf er mich erneut anheizte, doch nicht bis zum Wochenende zu warten, sondern gleich am nächsten Tag (1.11.2007 Feiertag) das Goggo zu besichtigen.
Nach einem Telefonat mit Zuhause entschied ich mich gleich am nächsten Tag nach Berlin zu fahren. Als ich beim Besitzer anfragte, ob er zuhause sei und die Besichtigung stattfinden könnte, hielt er mich für etwas verrückt deswegen nach Berlin zu fahren.

Verrückt hin und her, nachdem mich niemand von meiner Familie begleiten wollte machte ich mich am 1.11.2007 um kurz vor 7:00 Uhr allein auf den Weg nach Berlin. Nachdem wenig Verkehr herrschte, war ich viel zu früh in Falkensee. Nach der Ankunft gingen wir sofort in die Garage und besichtigten das Goggomobil. Ein richtiges Schätzchen war es, was da in der Garage neben dem Morris und dem zerlegten Kadett stand. Klein, hellblau mit weißem Dach und Schlafaugen! Süß! Der Schlüssel wurde geholt und das Goggo sprang sofort an. Nach einiger intensiver Begutachtung und einigen Fotos gingen wir auf Probefahrt. Der Besitzer hatte am Telefon nicht übertrieben, das Fahrzeug war wirklich in einem sehr guten Zustand. Nach einigen Kilometern, die der Besitzer zurücklegte und mir die Technik an Bord erklärte, durfte ich mich ans Steuer setzen.

Das erste Mal Goggo fahren! Super, ein Traum, das Grinsen geht gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Die Menschen, ob jung oder alt belächelten uns am Straßenrand, wenn wir mit unserem Gefährt vorbei kamen. Ein tolles Erlebnis, das ich sicher so schnell nicht vergessen werde.

Zurück in Falkensee sagte ich zum Besitzer „es tut mir zwar leid für dich, aber das Goggo bist du los!“ Er suchte mir alle Papiere und Unterlagen zum Goggo zusammen. Alte Rechnungen vom Vorbesitzer, der das Goggo für über 4000€ restaurierte, den alten und den neuen Fahrzeugbrief, einen Ersatzteilkatalog und weitere Infos zu Glas-Händlern. Auch eine Tasche, mit der Aufschrift „Goggomobil“ gab er mir dazu. Diese hatte er erst kürzlich neben einer Piccoloflasche „Goggosekt“, die er mir auch schenkte, zum Geburtstag bekommen.
Nach einem ca. zweistündigen Gespräch und einer Anzahlung fuhr ich mit den Fahrzeugpapieren, jedoch ohne Goggo wieder nach Hause. Das Goggo durfte noch 2 Wochen in der Garage in Falkensee verbringen.

Das Goggo war gesichert, aber wie das Gefährt nach Hause bringen? Einen eigenen Hänger habe ich nicht! Hier kam mir der Zufall zu Hilfe. In meiner Aufregung jedem zu erzählen, das ich ein Goggo gekauft habe fiel mir ein ehemaliger Kollege ein, der auch Goggo fährt. Ich rief ihn an und nach kurzem erzählen bot er mir sein Auto und seinen goggogerechten Anhänger an; ach ja, er hatte mir ja erst kürzlich davon erzählt, das er sich ein neues Goggo gekauft und dieses in Erfurt geholt hatte. In meiner Aufregung hatte ich das total vergessen. Ich wollte mich allerdings erst noch über meine Verwandtschaft in Berlin nach einer Möglichkeit über SIXT erkundigen, das Goggo zu transportieren. Zurück zu Hause kam der Anruf, das SIXT keine Anhänger für Goggo`s hat. „Die sind zu schmal“!

Eigentlich wollte ich erst gar nicht, aber meine Frau überredete mich, den Kollegen gleich noch einmal anzurufen. Kaum aufgelegt und nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns gleich am Samstag (03.11.2007) wieder nach Berlin zu fahren um das Goggo zu holen.
Auf geht`s – noch mal nach Berlin. Allerdings zuerst in die entgegengesetzte Richtung um das Auto und den Goggohänger zu holen. Mit 80 km/h und bei Sauwetter fuhren wir mit dem Hänger los in Richtung Berlin, wo wir gegen 13:00 Uhr ankamen und bereits erwartet wurden. Nach einer weiteren Besichtigung des Goggo`s und einigen Fotos luden wir das Goggomobil auf den Hänger und verzurrten den Winzling darauf. Bei einer Tasse Kaffee wurde das geschäftlich erledigt. Anhänger ans Auto und zurück geht’s in Richtung Hersbruck.

Bei Regen und Nebel fuhren wir dann in Richtung Heimat, als ich im Rückspiegel immer wieder Fahrzeuge bemerkte, die mir die Lichthupe gaben. Hier konnte etwas nicht stimmen und am nächsten Parkplatz wurde der Hänger inspiziert. Tatsächlich, am Hänger brannte kein Licht. Bremslicht und Blinker funktionierten, aber die komplette Lichtanlage war ausgefallen. Nach Durchsicht aller Sicherungen und Steckverbindungen am Hänger blieb nur noch eine Möglichkeit.
Das Licht beim Goggo einschalten! Gesagt getan und so fuhren wir mit Goggobeleuchtung sicher nach Hause, wo wir gegen 22:00Uhr ankamen. Müde aber glücklich (ich zumindest) wurde das Goggo abgeladen und in die Garage gestellt.

So endete ein verrücktes Wochenende und ich habe mir meinen Traum erfüllt!
Ein Goggo!
Seit diesem Tag ist der Goggo-Virus voll ausgebrochen und nicht mehr zu bremsen!